Berlin: Elternzeit mal anders

Ich glaube.

 

Gedanken über die 19. Woche in Berlin (18.11.-24.11.2019)

Glaube.

Christlicher Glaube.

Begleitet mich schon mein ganzes Leben.

Aufgewachsen in einer christlichen Familie.

Beten, Bibel lesen, Gottesdienstbesuche.

Von Anfang an normal.

Integriert in meinen Tagesablauf.

In unseren Tagesablauf als Familie.

Ein Sonntag ohne Gottesdienst gibt es nicht.

Ich lerne viel.

Die Geschichten aus der Bibel sind mir vertraut.

Ich weiß, was vermeintlich falsch und richtig ist.

Weil es mir so eingetrichtert wird.

Ich dies als Kind nicht hinterfrage.

Als Jugendliche nur teilweise.

Breche aus den starren Strukturen etwas aus.

Probiere mich aus.

Mache meine Erfahrungen.

Lerne mich kennen.

Fange an zu zweifeln.

Hinterfrage manche Standpunkte.

Bleibe dem Glauben treu.

Dem konservativen und engen Denken.

Fange an zu studieren.

Theologie auf Lehramt.

Werde mit Fragen wachgerüttelt.

Mit anderen Ansichten konfrontiert.

Da gibt es ja noch mehr.

Nicht nur meine bisherige Sichtweise.

Ich fange an, nachzudenken.

Das was ich höre abzulehnen.

Dagegen anzukämpfen.

Merke, dass ich das nicht kann.

Und plötzlich auch nicht mehr will.

Ich befreie mich.

Von engen Strukturen.

Fest gefahrenem Denken.

Konservativer Sichtweise.

Ich lasse wissenschaftliches Denken zu.

Sehe die Bibel historisch-kritisch.

Und werde bereichert.

Merke, wie eng mein Denken bisher war.

Schwarz und weiß.

Gut und Böse.

Dazwischen gibt es nichts.

Mir fallen Schuppen von den Augen.

Ich lese die Bibel anders.

Mit einem neuen Blickwinkel.

Lerne die Situationsethik kennen.

Von Dietrich Bonhoeffer.

Unsere Entscheidungen hängen von der jeweiligen Situation ab.

Es gibt kein absolutes Richtig oder Falsch.

Wenn man als Frau abtreibt, wird man kritisiert.

Als Sünderin hingestellt.

Aber kennst du die Situation dieser Frau?

„Schau sie dir genau an!“

Würde Bonhoeffer sagen.

„Nimm sie in ihrer kompletten Situation wahr.“

Ich merke, dass es noch so viel mehr gibt.

Dass es spannend ist, über den Tellerrand zu blicken.

Dass es herausfordernd ist, weiter zu denken.

Sich in der Mitte zu bewegen.

Im Graubereich.

Gott ist in der Mitte.

Er hat keine Präferenzen.

Liebt alle Menschen gleich.

Kennt keine schlimmen oder wenigen schlimmen Sünden.

Diese bestimmen nur wir Menschen.

Und werden damit ungerecht.

Messen mit unterschiedlichem Maß.

In christlichen Gemeinschaften gibt es Regeln.

Enge Strukturen.

Diese dürfen nicht übertreten werden.

Sonst ist man kein Christ mehr.

Vom Glauben abgefallen.

Sex vor der Ehe.

Homosexualität.

Scheidung.

Die Bibel nicht wortwörtlich nehmen.

Keine Gemeinde besuchen.

Kritisch denken.

Menschen werden ausgeschlossen.

Weil sie nicht so sind, wie Christen sein sollten.

„Welches Recht haben wir, Menschen von der Liebe Gottes auszuschließen?

Grenzen zu setzen?“

So Torsten Hebel in seiner Predigt.

Letzten Sonntag im Berlin Projekt.

Torsten Hebel.

Gründer und Leiter der blu:boks Berlin.

Sein Buch „Freischwimmer“ hat für große Aufregung gesorgt.

In christlichen Gemeinschaften.

Unter den Konservativen.

Der bekannte Evangelist zweifelt.

An seinem Glauben an Gott.

An festgefahrenen Strukturen.

An dem Bild von Gott, das er bisher verkündigt hat.

Er fängt an, Fragen zu stellen.

Und schreibt diese auf.

Wir lesen sein Buch.

Mein Mann und ich.

Sind begeistert.

Erkennen uns wieder.

Erfahren durch das Buch von der blu:boks Berlin.

Eine Einrichtung für Kinder und Jugendliche.

In Berlin-Lichtenberg.

Mit einem ganz besonderen pädagogischen Konzept.

Ohne Strafen und Ausgrenzung.

Ohne Mission und Evangelisation.

Reine Nächstenliebe.

Jesus leben anstatt von ihm zu reden.

Seit vier Monaten arbeiten wir hier mit.

Haben die Entscheidung nicht bereut.

Sind nach wie vor begeistert.

Von der boks und den Menschen dort.

Torsten Hebel ist vielen Christen bekannt.

„Der ist doch vom Glauben abgefallen.“

So oftmals die Reaktion.

Wenn wir berichten, wo wir unsere Elternzeit verbringen werden.

Woher nehmen wir uns dieses Recht?

Den Glauben anderer Menschen zu beurteilen?

Sind wir nicht alle verschieden?

Haben unterschiedliche Zugangsweisen zu Gott?

Diese Aussagen schockieren mich immer wieder.

„Der oder die ist doch kein Christ!“

Es macht mich traurig.

Weil wir ständig am be- und verurteilen sind.

So schnell unsere Meinungen bilden.

Dabei ist das Leben so viel mehr.

Es wird so viel reicher, wenn andere Meinungen beachtet werden.

Größer und weitergedacht wird.

Torsten haben wir bisher noch nicht näher kennengelernt.

Ich würde ihm gerne so viele Fragen stellen.

Ihm für seine großartige Arbeit danken.

Wer schon einmal in der blu:boks war weiß wovon ich rede.

Ich würde ihn gerne nach seinem Glauben fragen.

Und ihm von meinem erzählen.

Wie enttäuscht ich bin von christlichen Gemeinden.

Wo Macht missbraucht wird.

Neues abgelehnt wird.

Menschen ausgeschlossen und manipuliert werden.

Weshalb wir seit drei Jahren keine Gemeinde mehr besuchen.

Und dies auch nicht wirklich vermissen.

Weil ich meistens nicht so sein kann wie ich bin.

Mich verstellen muss.

Weil mich die konservative Theologie stört.

Das Ausgrenzen und enge Denken.

Weil ich enttäuscht wurde.

Von christlichen Gemeinschaften.

Trotzdem stellten wir uns die Frage:

„Gehen wir in eine Gemeinde in Berlin?

Wollen wir das oder eher nicht?“

Entschieden uns dagegen.

Aus unterschiedlichen Gründen.

So fing ich an Sonntag vormittags zu rudern.

Damit hatte sich die Frage in Luft aufgelöst.

Und das fühlt sich auch gut an.

Letzten Samstag habe ich ein wundersames Gefühl.

Ich verspüre keine Lust zum Rudern.

„Wir könnten doch einen Gottesdienst besuchen.

Als ganze Familie.“

Sage ich zu meinem Mann.

Also machen wir uns auf zum Berlin Projekt.

Und werden überrascht.

Zufällig predigt Torsten Hebel.

Ausgerechnet.

Wir freuen uns.

Sind gespannt.

Und kommen ins Nachdenken.

Zufall, dass wir genau heute hier sind?

Oder ein Wunder?

„Es gibt etwas zwischen Himmel und Erde.

Das wir nicht erklären können.“

So Torsten Hebel.

Seine Predigt berührt mich.

Seine Vision von Gemeinde unterschreibe ich:

„Gemeinde ist ein Ort für Menschen.

Egal welcher Herkunft, Hautfarbe und sexuellen Orientierung.

Als mündige Christen müssen wir alle Menschen mit offenen Armen begrüßen.

Nicht vom hohen Ross aus herunterschauen und beurteilen.

Gemeinde ist ein Ort von echten Begegnungen.

Wo ich so sein kann, wie ich bin.

Mit meiner ganzen Geschichte.

Als wirkliche Menschen.

Wo Liebe gelebt wird.

Jesus gelebt wird.

Gemeinde ist eine Botschafterin für die Liebe Gottes.

Wo Menschen hinkommen.

Gesehen werden.

Begleitet werden.

Heil gemacht werden.

Gemeinde ist ein Ort, wo man herausgefordert wird.

Wo unterschiedliche Meinungen zugelassen werden.

Denn dann entsteht Energie.

Gemeinde ist ein Ort, wo wir planen.

Raum lassen für Wunder.

Liebe praktizieren.

Kreativität leben.

Füreinander und für andere da sind.

Gemeinsam auf dem Weg.“

Eine schöne Vision.

So stelle ich mir Gemeinde vor.

Meine Erfahrung spricht leider eine andere Sprache.

Ich wünsche mir mehr Offenheit.

Weniger enge Strukturen.

Mehr Zweifel und Kritik.

Weniger Manipulation und Ausgrenzung.

Mehr Menschlichkeit und Liebe.

Weniger Beurteilen und Herabsehen.

Ich befinde mich auf dem Weg.

Gemeinsam mit meinem Mann.

Herausgefordert durch unser Erlebnis letzten Sonntag.

Auf wundersame Weise.

Ins Nachdenken geraten.

Noch einmal neu.

Was Gemeinde für uns ist.

Was uns daran wichtig ist.

Worüber wir hinwegsehen können.

Und worüber nicht.

Ob wir überhaupt eine wollen.

Und warum oder warum nicht.

Oder ob wir unseren Glauben einfach so leben.

Denn wir glauben.

Ich glaube.

Ich glaube an Gott.

Heute anders als früher.

Inspirierter, offener, ehrlicher.

Aber ich bin nicht abgefallen.

Keiner muss sich Sorgen machen.

Für meinen nicht vorhandenen Glauben beten.

Es gibt mehr als nur eine Sichtweise.

Ich wünsche mir, dass Augen geöffnet werden.

Weitergedacht wird.

Wunder zugelassen werden.

Gott vertraut wird.

Denn er ist größer.

Er liebt.

Vorbehaltlos.

Ohne Manipulation und Ausgrenzung.

Er liebt dich und mich.

Jeden Menschen.

Egal wie oder was man glaubt.

Darauf vertraue ich.

Daran glaube ich.

Und was glaubst du?

 


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“Freischwimmer” – Torsten Hebel
 

 

#BERLINERKUNDEN

 

Kinderbauernhof im Görlitzer Park (Berlin-Kreuzberg)

Spielplatz Zickenplatz (Lachmannstr. 2, Berlin-Kreuzberg)

 

Kaffee Karamel (Voigtstr. 35, Berlin-Friedrichshain)

Elterncafé blau:Pause der blu:boks Berlin (Paul-Zobel-Str. 9, Berlin-Lichtenberg)

Nah am Wasser (Kiehlufer 55, Berlin-Neukölln)

Café Cutie Pie (Lausitzer Str. 8, Berlin-Kreuzberg)

Amitola (Krossener Str. 35, Berlin-Friedrichshain)

 

endorphina BACKKUNST (Elsenstr. 52, Berlin-Neukölln)

 

Kumpel&Keule (Eisenbahnstr. 42/43, Berlin-Kreuzberg)

Zeus Pizza&Pide (Boxhagener Str. 29, Berlin-Friedrichshain)

Imren Grill (Boppstr. 10, Berlin-Kreuzberg)

 

School of Life (Lychener Str. 7, Berlin-Prenzlauer Berg)

Berlin Projekt. Kirche für die Stadt (Saarbrücker Str. 25, Berlin-Mitte)

KAMA Dancecompany in der blu:boks Berlin (Paul-Zobel-Str. 9, Berlin-Lichtenberg)

 

Görlitzer Park

 

H&M (Karl-Marx-Str. 92, Berlin-Neukölln)

 

 

 

5 Kommentare

  • Anonymous

    Esther, Du bist ein Schatz. Ihr seid Schätze. Danke, dass Du uns in Dein Herz und in Deine Seele schauen lässt. Ich habe Gänsehaut bekommen beim lesen Deiner Worte. Meine kannte ich ja schon 😜
    Aber gut zu wissen, dass man nicht alleine ist!

  • Damaris

    Liebe Esther,
    Jetzt schreibe ich endlich. Ich hatte es schon eher vor, aber es ist soviel los bei mir.

    Ja, ich kann zu so vielen Ja sagen was du schreibst und denkst.
    JA, Jesus verachtet niemanden. Er liebt jeden einzelnen und nimmt ihn so an wie er ist. Und das sollen wir Christen auch tun.
    JA, wir dürfen über niemanden Urteilen weil wir sein Innerstes nicht kennen. Wir können nicht definieren wer Christ ist und wer nicht. Nur Gott kennt uns und weiß um unser Herz.
    JA, eine Gemeinde soll ein Platz sein wo jeder angenommen ist und nicht ausgegrenzt wird.

    Und doch habe ich noch andere Gedanken die mich seitdem nicht loslassen. Ich habe machmal das Gefühl das sich die heutigen Christen ihren Glauben so hinbiegen wie es für sie passt. Sie nehmen manche Stellen in der Bibel ernst, manche Stellen werden einfach übersprungen. Oft mit der Aussage: Ja Jesus liebt mich und vergibt alles.
    Jeder Mensch im Leben macht einiges Falsch, und wir können zu Gott gehen und er vergibt! Aber oft vergessen wir das er wie in Johannes 8,11 sagt: „Ich verdamme dich nicht, aber sündige hinfort nicht mehr.“
    Was ist mit den Leuten ( ich spreche von Leuten, die sich Christen nennen)
    – die offensichtlich Ehebruch begehen? Nicht nur einmal? Sondern z.B. noch verheiratet sind und einen anderen Partner haben?
    – die nicht nur einmal ihre Kinder schlagen/missbrauchen? Immer wieder.
    – die offensichtlich stehlen? (Steuer hintergehen, Alter der Kinder an der Kasse falsch angeben, Geld aus dem Opfertäschle nehmen, Wertsachen in der Garderobe klauen)
    – die immer wieder lügen?
    – die nicht nur einmal, sondern mehrmals abtreiben?
    -…
    -… Gibt noch viele Beispiele…

    Man hat sie vermutlich darauf hingewiesen und sie machen es doch immer wieder. Was macht man mit denen in der Gemeinde?
    Verstoßen hat ja gleich den Geschmack das man sie nicht wertschätzt und sie nicht liebt. Aber auf der einen Seite zeigen mir solche Leute dass sie ihr Verhalten nicht ändern wollen und Gottes Regeln, die dazu da sind im Frieden miteinander zu leben, nicht ernst nehmen. Ist es dann nicht besser zu sagen: „Hey, Offensichtlich willst du nichts mit Gott zu tun haben, denk drüber nach ob es dir ausserhalb der Gemeinde besser geht.“

    Eins ist klar..wir Christen werden von den anderen beobachtet. Mehr als einen bewusst ist. Wir sind Vorbilder, und das ist doch auch das Schöne. Durch unser Verhalten und Lieben geben wir ohne Worte das Evangelium weiter.

    Das war es erstmal

    • Michi

      Liebe Damaris,
      ich stelle mal die kühne Behauptung auf, dass sich alle ihren Glauben so hinbiegen wie es ihnen passt.
      Ich frage mich manchmal wer die Bibel „ernster“ nimmt: Diejenigen, die sie wortwörtlich nehmen oder diejenigen die versuchen die Aussagen der Bibel in ihrem historischen Kontext zu lesen.
      Aber das ist nochmal ein anderes Thema…

      Zu deiner eigentlichen Frage wie weit die Akzeptanz in Gemeinden gehen soll:

      Ich will mal die Frage aufwerfen ab wie vielen Lügen, Abtreibungen und Ehebrüchen bei dir das Maß überschritten ist?
      Wie können wir denn von außen die Situation eines Menschen beurteilen?
      Wer hätte dann überhaupt noch die Chance in eine Gemeinde zu gehen?
      Du?
      Denkst du Jesus hätte in einem deiner aufgezählten Fälle wirklich gesagt: „Jetzt musst du aber gehen!“? – Ich hoffe nicht.

      Wofür ist Gemeinde denn da? Ich dachte irgendwie für die Menschen.

  • Damaris

    Hallo ihr lieben,
    ich melde mich zurück 🙂

    Oh man, das ganze ist einfach ein krasses und heikles Thema.. da kann man echt ein Fass aufmachen! 🙂 Ich hoffe Michi, das ich deinen Fragen gerecht werde.

    Jeder Mensch ist von Anfang ein Sünder. Die Sünde schlummert in uns. Das merken wir ja auch an den Kindern. Aber in uns schlummern auch die guten Werte und wir wissen eigentlich ganz genau was gut und böse ist. Ich stelle mal die Behauptung auf, dass die 10 Gebote tief in uns sind. Je nach dem wie wir aufwachsen, werden sie verdrängt/vergessen oder vertieft. Da wir Sünder sind, sind wir getrennt von Gott. Er ist heilig. Wir können so ‚verdreckt‘ nicht zu ihm kommen. Deswegen kam Jesus in die Welt. Er macht uns durch seinen Tod neu und heilig und wir können einen Beziehung zu Gott haben.
    In 2. Korinther steht: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur, das Alte ist vergangen, siehe Neues ist geworden.“ Dadurch das wir Jesus angenommen haben, wenden wir uns vom Alten ab..das heißt auch von aller Sünde.
    Jetzt ist niemand perfekt und niemand kann wie Jesus ohne Sünde leben. Aber unser Streben soll es sein, denn JESUS lebt in uns. Er wirkt durch meine Worte und Taten. Deswegen wäre es gut wenn wir jeden Abend darüber nachdenken wie man an dem Tag gehandelt hat, Buße tun und um Vergebung bitten. Und so kann ich Jesus näher kommen und ein Leben führen wie es ihm gefällt.
    Du hast recht Michi, es gibt keine großen oder kleine Sünden. Jede Sünde ist gleich gewichtig. (Ob Lüge, Ehebruch, Neid, Eifersucht, Missbrauch, * siehe ganz unten…..,)
    Ab wann ist das Maß überschritten? In 1. Johannes 3,5+6 steht: „Und ihr wisst, das er (Jesus) erschienen ist, damit er die Sünden wegnehme, und in ihm ist keine Sünde. Wer in ihm bleibt, der sündigt nicht; wer sündigt, der hat ihn nicht gesehen und nicht erkannt.“ Wenn Jesus in uns ist, dann erkennen wir was Sünde ist und wollen es auch nicht mehr tun. Und genau das hab ich in meinem letzten Kommentar gemeint. Manche Leute nennen sich Christen und leben eigentlich bewusst ihre Sünde aus…sie verschönigen und rechtfertigen sie. 

    In Matthäus 22, 1-14 erzählt Jesus ein Gleichnis, dass das Ganze noch einmal vertieft: Es handelt von einem König (=Gott) der zur Hochzeit seines Sohnes einlädt. Die geladenen Gäste kommen nicht. Sie haben wichtigeres zu tun. Nun lädt der König alle ein die auf der Straße sind. Der Saal wird voll. Früher war es üblich das die Leute die kommen ein Festgewand vom König bekommen. Und nur die das Festgewand anziehen, dürfen in den Saal gehen. Der König betritt den Saal. Er sieht einen Gast der kein Festgewand anhat. Er spricht zu ihm: „Freund, wie bist du hier hereingekommen und hast doch kein hochzeitliches Gewand an?“ Er aber verstummte. Da sprach der König zu seinen Dienern: „ Bindet ihm Hände und Füße und werft ihn ihn in die äußerste Finsternis! Da wird sein Heulen und Zähneklappern.“
    Der Gast hat sich einfach geweigert seine alte Kleider abzugeben um ein Neues anzuziehen. Er wollte zwar zu Gott, aber sein Leben ändern wollte er nicht.

    Da stellt sich deine Frage: Schließt Jesus Leute aus? Das kann ich nicht beurteilen. Denn ich bin nicht Jesus. Aber man findet schon einige Sachen in der Bibel bei denen Jesus klare Aussagen macht was richtig und was falsch ist. Die Evangelien sind voll davon.
    Ich denke das er will das wir klar sind. Heiß oder kalt? Er will nicht das wir lauwarm sind.

    In Offenbarung 3,15.16 steht:
     „Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist. Ach, dass du kalt oder warm wärest! So, weil du lau bist und weder kalt noch warm, so werde ich dich ausspeien aus meinem Mund.“

    Das ist eine Aussage über die Christen in Laodizea.
    Das Problem von Laodizea ist Indifferenz Christus gegenüber: Es findet sich keine brennende Hingabe an Christus („warm“); und es ist keine Ablehnung vorhanden („kalt“) – die immer noch besser wäre und mehr Aussicht auf Heilung böte als die Gleichgültigkeit, Indifferenz.

    Hier noch weitere Bibelstellen: 
1. Johannes 2,15-16: 
Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. So jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. Denn alles, was in der Welt ist: des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt.
    Matt. 12,30: 
Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.
    Matt. 5,13: 
Ihr seid das Salz der Erde. Wo nun das Salz dumm wird, womit soll man’s salzen? Es ist hinfort zu nichts nütze, denn das man es hinaus schütte und lasse es die Leute zertreten.
    Jakobus 3,10-12: 
Aus einem Munde geht Loben und Fluchen. Das soll nicht so sein, liebe Brüder. Quillt auch ein Brunnen aus einem Loch süß und bitter? Kann auch leibe Brüder, ein Feigenbaum Ölbeeren oder ein Weinstock Feigen tragen? Also kann auch ein Brunnen nicht salziges und süßes Wasser geben.
    2. Timotheus 4,3: 
Denn es wird eine Zeit sein, da sie die heilsame Lehre nicht leiden werden; sondern nach ihren eigenen Lüsten werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach dem ihre Ohren jucken,..
    2. Korinther 6,14-18: 
Ziehet nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen. Denn was hat die Gerechtigkeit zu schaffen mit der Gerechtigkeit? Was hat das Licht für eine Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus mit Belial? Oder was für ein Teil hat der Gläubige mit den Ungläubigen? Was hat der Tempel des lebendigen Gottes für Gleichheit mit den Götzen? Ihr aber seid der Tempel des lebendiges Gottes; wie den Gott spricht: „Ich will unter ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. Darum gehet aus von ihnen und sondert euch ab. spricht der Herr und rührt kein Unreines an, so will ich euch annehmen und euer Vater sein, und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein, spricht der allmächtige HERR.
    Matth. 12,33-37:
    Setzt entweder einen guten Baum, so wird die Frucht gut; oder setzt einen faulen Baum, so wird die Frucht faul. Denn an der Frucht erkennt man den Baum. Ihr Otterngezüchte, wie könnt ihr Gutes reden, die weil ihr böse seid? Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über. Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus seinem guten Schatz des Herzens; und ein böser Mensch bringt Böses hervor aus seinem bösen Schatz. Ich sage euch aber, daß die Menschen müssen Rechenschaft geben am Jüngsten Gericht von einem jeglichen unnützen Wort, das sie geredet haben. Aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt werden, und aus deinen Worten wirst du verdammt werden.

    Ich habe das Gefühl das sich bei uns der „Wohlfühlchrist“ einschleicht. Alles ist gut, wir haben uns alle lieb..und deswegen wollen wir auch nicht mehr von jemanden ermahnt werden oder eine etwas unangenehme Predigt hören.

    Liebe Esther,
    eigentlich will ich ja nur deinen Blog lesen und wissen was du erlebst und schreibst. Und es interessiert mich wirklich was du denkst und du hast so viele gute Gedanken. Ich respektiere und mag dich sehr.
    Dein Beitrag ‚ich glaube’ hat zwei Sachen bei mir ausgelöst:
    1.Ich bin ganz traurig geworden, dass du so schlechte Erfahrungen mit Gemeinden gemacht hast. Und deshalb bin ich so froh das Gott dich nicht losgelassen hat, trotz schlechter Erfahrungen. Er verspricht ja das nichts und niemanden einen von Jesus trennen kann. Das ist so schön!
    Ich persönlich denke, das Jesus so viele Gemeinden auch nicht gewollt hatte. Ich glaube sein Wunsch ist, das wir in ihm verankert sind und so wir Glaubensbrüder und Schwester sein dürfen. Egal welche Gemeinde oder keine. Die Basis muss stimmen.
    Ich mache mir auch schon lange Gedanken darüber wie was wo Gemeinde sein soll. Und ich bin soo traurig das meine Familie in fünf verschiedene Gemeinden geht. Wie soll ich das meinen Kindern später mal erklären? Manchmal denke ich an früher.. auch wenn an der Hahn’schen Gemeinschaft vielleicht einiges zu kritisieren gibt: es war doch auch schön uns einander zu haben, als Familie! Es hat uns verbunden und das werde ich nie vergessen. Meine tolle Cousinenclique!
    2. Ein paar Stichworte in deinem Beitrag haben mich einfach bewegt und nicht mehr losgelassen.. und so sind diese Gedanken entstanden die ich in den letzten zwei Kommentaren niedergeschrieben haben. Tag und Nacht habe ich darüber nachgedacht und gebetet.

    Ich hab dich gern und grüße dich! Deine Maris

    * zu Abtreibung: das ist ein anderes Thema das hier den Rahmen sprengt. Bin aber bereit auch darüber zu sprechen. Bin ja auch schließlich bisschen vom Fach. Den Satz über Abtreibung würde ich auch gerne wieder aus dem obigen Kommentar streichen weil es nicht dazu passt. Entschuldige. Das Wort war einfach in meinem Kopf. Ich hab das zwar erlebt, (und die Situation lässt mich nicht mehr los.) Aber nicht bei Christen.

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